ASB Saarland :: Hausnotruf Kooperation von VDK und ASB

30.03.17, Hausnotruf

VdK Saarland und ASB starten Kooperation

Der Sozialverband VdK Saarland und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) starten zum 1. April eine Kooperation beim Hausnotruf. Das gaben die beiden Verbände bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Saarbrücken bekannt, bei der der Kooperationsvertrag unterschrieben wurde.

Wolfgang Krause (links), stellvertretender Landesvorsitzender des VdK Saarland und ASB-Landesgeschäftsführer Bernhard Roth zeigen das Hausnotrufgerät. © VDK

Das Hausnotrufgerät kann von älteren Menschen als Armband oder Kette bei sich getragen werden und ermöglicht es, schnell und unkompliziert Hilfe zu rufen. Die Hausnotrufzentrale des ASB ist direkt mit der Integrierten Leitstelle des Saarlandes auf dem Saarbrücker Winterberg verbunden.
„Der Hausnotruf ermöglicht es älteren, kranken oder behinderten Menschen, länger in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Er gibt Sicherheit, weil man mit einem Knopfdruck Hilfe holen kann, wenn man gestürzt ist und den Weg zum Telefon nicht mehr schafft", sagte ASB-Landesgeschäftsführer Bernhard Roth.

„Wir haben im Saarland das modernste Hausnotrufsystem bundesweit. Da wir technisch so gut aufgestellt sind, möchten wir unseren Mitgliedern diesen Service zur Verfügung stellen. Denn es gibt älteren oder pflegebedürftigen Menschen ein großes Stück Sicherheit, vor allem auf dem Land. Wir freuen uns auf eine gute Partnerschaft", sagte Wolfgang Krause, stellvertretender Landesvorsitzender des VdK Saarland. Der VdK Saarland hat mehr als 43.000 Mitglieder.
„Der große Vorteil ist, dass in der Rettungsleitstelle erfahrene Disponenten sitzen, die entscheiden können, ob es ausreicht, Verwandte zu verständigen oder einen Notarzt zu rufen. Außerdem kennen sie die saarländischen Gegebenheiten vor Ort", erklärte der stellvertretende VdK-Landesgeschäftsführer Christian Gebhardt-Eich. Ein weiterer Vorteil sei, dass der ASB den Hausnotruf persönlich im Haus installiere, die Funktionen des Geräts erkläre und den Notruf mit den Betroffenen teste.
Voraussetzung sind ein Telefon- und ein Stromanschluss. Das Gerät wird am Telefonanschluss installiert, der dazugehörige Sender kann am Hals oder Arm getragen werden. Der Sender ist wasserdicht und sollte auch beim Duschen oder Baden nicht abgenommen werden. Er hat eine Reichweite von bis zu 50 Metern, so dass auch im Garten Hilfe gerufen werden kann. Wer keinen Telefonanschluss mehr hat, kann als Alternative auf ein Gerät zurückgreifen, das im Mobilfunknetz funktioniert.
Sobald der Funkknopf gedrückt wird, kommt über die Freisprechanlage an der Basisstation eine Sprechverbindung mit der Rettungsleitstelle zustande, die rund um die Uhr besetzt ist. Dort wird von erfahrenen Mitarbeitern, deren Mindestqualifikation die eines Rettungsassistenten ist, die Ursache für den Notruf geklärt. Wenn es medizinisch erforderlich ist, wird der Rettungsdienst angefordert, ansonsten werden Vertrauenspersonen (Angehörige oder Nachbarn) oder der Pflegedienst verständigt. „Die Vertrauensperson sollte nicht zu weit weg wohnen. Wer eine Stunde entfernt wohnt, kommt als Vertrauensperson für den Hausnotruf nicht in Frage", erklärte Roth. Zusätzlich kann ein Ersatzschlüssel in einem Schlüsselsafe am Haus hinterlegt werden, dessen Code die Leitstelle im Notfall übermittelt. Dadurch sei ein Zugang zur Wohnung auch dann gewährleistet, wenn die Vertrauensperson nicht erreichbar ist und der Betroffene nicht in der Lage ist, die Tür zu öffnen.
Bei einem Notruf werden dem Mitarbeiter der Leitstelle nicht nur Name und Adresse, sondern auch wichtige Informationen zur Krankheitsgeschichte übermittelt. „So kann sich der Notarzt ein umfassendes Bild machen und weiß schon vorher, ob der Betroffene bereits einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt hatte", sagte Roth.
Die Nutzung des Haunotrufs kostet monatlich 18,36 Euro, die einmalige Anschlussgebühr beträgt 10,49 Euro. Die Kosten können von der Pflegekasse übernommen werden, wenn ein Pflegegrad festgestellt wurde und der Pflegebedürftige überwiegend alleine lebt.
Laut Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF) nutzen derzeit rund 7800 Menschen im Saarland einen Hausnotruf – mit steigender Tendenz. 2012 lag die Zahl noch bei rund 5000 Nutzern, 2016 schon bei 7300. Mit rund 800 Kunden ist der ASB einer von vier saarländischen Anbietern, deren Hausnotruf in die Rettungsleitstelle integriert ist. Hinzu kommen private Anbieter mit eigener, in der Regel nicht ortsansässiger Hausnotrufzentrale, die bei einem Notruf die Leitstelle kontaktiert. Insgesamt gab es im Jahr 2016 gab es laut ZRF 37.880 Notrufe in der Hausnotrufzentrale der Integrierten Leitstelle über Hausnotruf, Sicherheitsuhr oder Rauchmelder.